Geschichte und Entwicklung der Messe

Die Marine-Offizier-Messe Rostock (MOM Rostock) wurde am 20. Juli 1990 in Rostock im Ständehaus gegründet.

 

Gründungsurkunde

 

Gründungsmitglieder


Pressemitteilungen

Ostsee Zeitung vom 8. August 1990

 

Traditionen pflegen – Geschichte aufarbeiten
Wie bereits gemeldet (OZ 21./ 29. Juli 1990), wurde in Rostock die erste Marine-Offizier-Messe in der DDR gegründet. Im Ständehaus Rostock hatten sich dazu am 20. Juli, dem denkwürdigen Datum der mutigen Tat des Obersten Graf Schenk vor Stauffenberg, nur wenige Stunden nach ihrer Vereidigung auf die neue Schwurformel der NVA, 15 Volksmarine-Offiziere getroffen. Die Vereinigung will Marinetraditionen und maritimes Brauchtum pflegen, den kameradschaftlichen Zusammenhalt fördern und für maritimes Verständnis in der Öffentlichkeit wirken. Das schließt vor allem die kritische Neubewertung der eigenen Volksmarinegeschichte, wozu auch die Würdigung und Bewahrung der positiven Leistungen der DDR-Seestreitkräfte für Frieden und Sicherheit gehört, mit ein. Bisherige weiße Flecken sind dabei zu beseitigen. Damit schließt sich die Messe, der sowohl aktive als auch Reserveoffiziere und Offiziere außer Dienst bzw. Admirale des Standortes Rostock angehören, den Zielen der Marine-Offizier-Vereinigung e. V. der Bundesrepublik Deutschland an.
Zum Vorsitzenden der Rostocker Marine-Offizier-Messe wurde Fregattenkapitän Bernd Lohmann gewählt. Die Funktion des Messeältesten übernahm Konteradmiral a. D. Dr. Friedrich Elchlepp, ehemaliger Seekommissar der DDR.


Nordeutsche Neueste Nachrichten vom 11. Juli 1990

 

Ein Votum für Marinekontakte
Im Rostocker Ständehaus trafen sich kürzlich Marineoffiziere der Volksmarine mit Mitgliedern der Marine-Offizier-Vereinigung (BRD). Bei diesem Erfahrungsaustausch über marinespezifische Probleme ging es u. a. darum, Vertrauen und, Glaubwürdigkeit auszubauen sowie zum Teil vorhandene Skepsis und Vorbehalte abzubauen und maritime Gemeinsamkeiten zu finden. Ausgangspunkt war ein offener Brief durch die Fregattenkapitäne der Volksmarine Jaguseh. Keppler und Lohmann im Januar. Mitte Juni hatten sie und weitere Offiziere im Verband der Berufssoldaten in Rostock die „Sektion maritime Information“ gegründet. Diese Sektion will durch die Erarbeitung und Verbreitung von Informationen die entstehenden Kontakte zwischen beiden Marinen fördern helfen.

Der Gründung der Messe im Ständehaus war ein langer Erkenntnisprozess der Initiatoren vorausgegangen. Der Zerfall der sozialistischen Gesellschaft in der DDR und die Aussicht auf ein wieder vereintes Deutschland veranlasste drei Offiziere der Volksmarine, die Initiatoren der Gründung, in Kenntnis über und in Anlehnung an die Satzung der Marine-Offizier-Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland sowie der bereits zahlreich existierenden territorialen Messen in der Bundesrepublik und im Ausland, in Rostock, gegen den ausdrücklichen Willen der Führung der Volksmarine, die erste Marine-Offizier-Messe in der noch existierenden DDR zu gründen und verstärkten Kontakt zu den Kameraden der Bundesmarine aufzunehmen. Im Vorfeld der Gründung wandten sie sich in einem offenen Brief bereits im Februar in der Zeitschrift Marine Forum Nr. 4/90 an alle Angehörigen der Bundesmarine und in der Marinezeitung Nr. 2/90 an alle Angehörigen der Volksmarine.

 

 

Ziel war es, Bewegung einzuleiten, in der die Führungen beider Marinen zu schnellen Kontaktaufnahmen kommen sollten. Auch alle anderen Angehörigen der Marinen sollten schnellstens zueinander finden, durch Gespräche auf Treffen gegenseitige Vorbehalte abbauen.

Mit der Gründung der Messe reihte sich die MOM Rostock ein in die Liste der vielen bereits existierenden Messen.

Nach der Wiedereinführung der Länderstrukturen in der DDR und dem Beitritt dieser Länder, am 03. Oktober 1990, zur föderalen Republik Deutschland begann mit der zeitweiligen Übernahme auch die Auflösung der NVA und damit auch die der Volksmarine. Die Entbindung der Soldaten der NVA vom Fahneneid, am 02. Oktober, das „Hol nieder Flagge !“, die Übergabe der Truppenfahnen, nunmehr zur musealen Nutzung, ging vielen sehr nahe, vor allem denen, die ihren Offiziersberuf unabhängig von der Gesellschaftsform, als Berufung betrachteten und liebten. Dazu kam der Fall dieser Offiziere in eine soziale Ungewissheit, verbunden mit Vorverurteilungen und Unterstellungen durch verschiedene gesellschaftliche Kräfte. Die Bestimmungen im Einigungsvertrag führten zu einer entwürdigenden Behandlung von Offizieren der NVA. Das Fußfassen der entlassenen Offiziere in der freien Wirtschaft bzw. der Weiterverbleib und die Übernahme in die Bundesmarine war nur wenigen vorbehalten. Trotz allem war die Gründung der MOM Rostock mitinitiierend und richtungsweisend für die Gründung der Messe in Stralsund im Herbst 1990 und im weiteren in Strausberg sowie in Dresden.

 

 

Die Zwecke, welche die MOM Rostock verfolgt, sind in der Satzung eindeutig definiert. Sie basieren auf der freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.

Die MOM wurde am 03. Juni 1997 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Rostock eingetragen und trägt seitdem den Zusatz „eingetragener Verein (e.V.)“mit dem Rechtsverhältnis entsprechend dem Bürgerlichen Gesetzbuch.

Bereits im Herbst 1990 wurde eine Dienstflagge der Volksmarine von den Kameraden der Messe an die Leitung des Marineehrenmals Laboe übergeben, zur Vervollständigung der Flaggen deutscher Marinen im Flaggensaal.

Ein Gedenkstein „Für alle auf See Gebliebenen“ im Stephan-Jantzen-Park in Warnemünde wurde gemeinsam mit der Marinekameradschaft Rostock des Deutschen Marinebundes initiiert und mit anderen Vereinen finanziert und realisiert.

 

Die MOM Rostock arbeitet eng mit der Marine-Offizier-Vereinigung e.V. zusammen, deren korporatives Mitglied sie ist. Kontakte und Treffen mit Kameraden anderer Messen in Deutschland und im Ausland sind organisiert. Die Messe unterstützt den Deutschen Marinebund e.V., die Marine-Offizier-Hilfe e.V. und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger e.V. durch Spenden.

Zahlreiche Kontakte zu anderen Vereinen und Institutionen, Einzelpersonen sowie der Wille Geschichte zu bewahren, zeichnen die Messe aus

Die MOM Rostock begeht alle 5 Jahre im Juli jeweils in festlich würdiger Form ihr Bestehen.Inzwischen kann die Messe auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken. In einer Festveranstaltung am 25. Juli 2015 wurde unter Einbeziehung zahlreicher Gäste auf die vergangenen Jahre zurückgeschaut und ein Vorausblick gewagt.

Die Messe gibt der Hoffnung Ausdruck, dass die Angehörigen jüngerer Generationen und zukünftiger Crewen den Messegedanken aufgreifen und die Traditionen in zeitgemäßer Form fortführen.

Unsere Zukunft sind die in der „Marinehauptstadt Rostock“ stationierten Angehörigen des Marinekommandos und der im Marinestützpunkt Hohe Düne stationierten Truppenteile und Einheiten der Marine.